Mineralwasser: Die unnötige Milliarden-Industrie

Ich bin zwar der Meinung, dass die Plastikhysterie übertrieben ist – das Problem lässt sich im Prinzip leicht lösen, indem man Plastikmüll sammelt und thermisch verwertet, zur Strom- und Fernwärmeerzeugung.

Aber eines ist wirklich verrückt: Mineralwasser aus der Flasche. Weniger wegen dem Plastik, sondern mehr weil hier Wasser hunderte oder tausende Kilometer durch die Welt gekarrt wird, und der Transport entsprechend gigantische Emissionen verursacht.

Wozu bräuchte man den in Europa Fidji-Wasser zu trinken?

Fast überall in Europa, und an vielen Orten in Amerika, lässt sich das Leitungswasser problemlos trinken – und ist im Allgemeinen weniger schadstoffbelastet wie Flaschenwasser! (Es gibt natürlich Ausnahmen, wer z.B. in einem sehr alten Haus mit Bleileitungen wohnt.)

Wer es gerne sprudelig mag: SodaStream und co funktionieren tadellos!

https://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Mineralwasser-Die-unnotige-Milliarden-Industrie

Auch zum Thema: der Mythos vom „täglich zwei Liter trinken“: https://www.infosperber.ch/Artikel/Gesundheit/Taglich-zwei-Liter-trinken–Vergessen-Sies/&g=ad

Der Planet steht, das System wankt

http://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/der-planet-steht-das-system-wankt-der-klimawandel-zeigt-sich-radikaler-denn-je-15545724.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

Für jene, die der Klimaforschung schon seit Jahrzehnten überkritisch begegnen und die Klimaprognosen – oft politisch motiviert – pauschal als Humbug abtun, waren sie das noch nie. Für die anderen, die auf dem Teppich wissenschaftlicher Empirie geblieben sind, verdichtet sich eine beklemmende Erkenntnis: Klimaprognosen werden von der Realität tatsächlich nicht nur eingeholt, sie werden immer öfter überholt.

Die Schlagzeilen würden dominiert von Spannungen und Konflikten auf der Welt, sagte Guterres in New York, „die Wahrheit aber ist, dass der Klimawandel die größte systemische Bedrohung für die Menschheit ist“. 320 Milliarden Dollar Schäden durch Naturkatastrophen allein im vergangenen Jahr, historische Hurrikanschäden in der Karibik, 41 Millionen Asiaten, die durch die Rekordmonsunfluten in Mitleidenschaft gezogen wurden, 900.000 Afrikaner, die 2017 dürrebedingt ihren Grund und Boden aufgeben mussten.

Die Beschleunigung des Wandels legt an Tempo zu, an verschiedenen Stellen des Systems Erde sogar massiv!

Die Plastik-Panik

Allen, die sich im Moment so über Plastikverpackungen echauffieren sei gesagt: der Plastikstrudel im Meer kommt aus Mekong, Ganges und co. – nicht aus Deutschland.

Plastikverpackungen, z.B. Einschweissen von Fleisch, veringert den Lebensmittelmüll, da es die Haltbarkeit verlängert.

Plastik hat fast den gleichen Brennwert wie Erdöl und enthält weniger Schadstoffe als Braunkohle. Solange noch Braunkohle in Deutschland zur Stromgewinnung verbrannt wird, schützt jedes Stück Plastik in der Mülltonne (natürlich nicht in der Landschaft) die Umwelt – weil es thermisch verwertet wird, zur Strom- und Fernwärmeproduktion, schadstoffärmer als die Kohle, die sonst dafür verbrannt würde.

Ich empfehle zum Lesen:
https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2013/handel/was-bringt-eigentlich-die-muelltrennung

Zwei Drittel der eingesammelten Verpackungen aus dem Grünen Punkt enden in der sogenannten thermischen Verwertung: Sie werden verbrannt. Etwa in der Hamburger Müllverwertungsanlage, wo 320.000 Tonnen Verpackungen pro Jahr verfeuert werden. Daraus entsteht Fernwärme für Wohnungen und Strom. Der oft nasse Restmüll brennt nicht gut. Daher ist man am Rugenberger Damm froh über jede Kunststoffverpackung und jedes Stück Papier, das irrtümlich in die Restmülltonne geworfen wurde. Das erhöht den Brennwert. Um den Brennwert noch zusätzlich zu steigern, wird der Müll gezielt mit Kunststoffen und geschredderten Holzteilen aus dem Sperrmüll angereichert. Ist das schlimm?

Als Brennstoff ist Abfall heute genauso wertvoll wie Braunkohle, die aufwendig gefördert werden muss. Selbst Greenpeace sieht die Müllverbrennung nicht mehr als Übel: Dank strenger Umweltauflagen sei die Dioxinbelastung seit 1990 auf ein Tausendstel gesunken. Eine Studie komme zu dem Schluss, dass die Anlagen der Luft Giftstoffe entzögen – würde man die entsprechende Menge Strom und Wärme aus Kohle erzeugen, würden zusätzlich drei Tonnen Arsen, Cadmium und andere Schwermetalle die Luft belasten. Selbst die Kohlendioxidbilanz der Anlagen sei besser als ihr Ruf.

Wie du im Alltag das Klima schützen kannst

https://ze.tt/wie-du-im-alltag-das-klima-schuetzen-kannst/?utm_campaign=ref&utm_content=zett_zon_teaser_teaser_x&utm_medium=fix&utm_source=zon_zettaudev_int&wt_zmc=fix.int.zettaudev.zon.ref.zett.zon_teaser.teaser.x

Immerhin: hier ist mittlerweile der wichtigste Punkt angekommen:

1. Weniger Fliegen

Ein transatlantischer Flug – zum Beispiel von Berlin nach Los Angeles – verbraucht alle CO2-Emissionen eines Menschen für ein Jahr. Mit dem Rückflug hat man dann schon die Ressourcen für zwei Jahre verbraucht. Für die Klimabilanz ist das Fliegen die schädlichste Art zu reisen.

Besser: Auf kürzeren Strecken lieber Bus und Bahn fahren. Für berufliche Treffen reicht vielleicht auch eine Videokonferenz? Falls du doch mal fliegen musst, kannst du CO2-Kompensationsleistungen zahlen.

Oberleitungs-LKW? Was für ein Quatsch.

Oberleitungen gibt es schon: auf der Eisenbahn. Und: Züge brauchen, bezogen auf ihre Transportkapazität weniger Energie als LKW – auf Grund des geringeren Roll- und Luftwiderstands.

Also bitte, warum nicht einfach den Güterverkehr auf die Schiene verlagern, anstatt Oberleitungen auf Autobahnen zu bauen?

http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verkehr-teststrecke-fuer-oberleitungs-lkw-arbeiten-beginnen-auf-a5-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180302-99-313822

Für 10 Milliarden Euro (ungefähr die Kosten von Stuttgart 21) liese sich die Güterverkehrskapazität auf der Schiene in Deutschland verdoppeln! Wäre das nicht eine sinnvollere Investition? Zusammen mit einer Senkung der Trassenentgelte, und einer Erhöhung der LKW-Maut natürlich!

Fisch: Die dunkle Seite des Ökosiegels MSC

Ein Jahr ist der Filmemacher Wilfried Huismann um den Globus gereist, um zu zeigen, dass sich hinter manchen Zertifizierungen ein Millionengeschäft verbirgt und beim Schutz der Umwelt beide Augen zugedrückt werden. So werden Thunfische nach wie vor auch mit umstrittenen Ringwadennetzen gejagt.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fisch-im-supermarkt-streit-um-die-glaubwuerdigkeit-des-msc-siegels-fuer-fisch-1.3905424?reduced=true

Ähnliche Kritik trifft übrigens gerade den WWF, der sich zunehmend auf gute Beziehungen zur Palmölindustrie verlegt:

http://www.sueddeutsche.de/medien/wdr-recherchen-ueber-den-world-wide-fund-for-nature-wwf-am-tisch-mit-monsanto-1.1111269

Aber man muss dem WWF zu Gute halten, dass er kompetent das Thema Tourismus kommentiert:

https://www.wwf.at/de/wwf-urlaubstipps/

Eine Flugreise ist das größte ökologische Verbrechen

„Für die Sommerferien ist der Flug längst gebucht, keine Fernreise, nur Bilbao und von dort weiter mit dem Mietwagen. Reisen gehört zum Selbstverständnis des modernen Menschen dazu, er ist mobil, mobiler denn je. Gut 70 Milliarden Euro im Jahr geben die Deutschen für Urlaube aus, zugleich gilt vielen der Umweltschutz als sehr wichtig. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?“

Eine Flugreise ist ökologisch so ziemlich das schlimmste Verbrechen, das eine einzelne Personen anrichten kann. Die Klimagasemissionen erwärmen die Erde mit verheerenden Folgen für Ökosysteme und Artenvielfalt. Fluglärm und Schadstoffe kommen noch dazu. Die Folgen sind tödlich. Und trotzdem reisen wir ungerührt.

„Wir besuchen die Freundin in London mit dem Billigflieger und googeln im Netz einen günstigen Flug, der uns über Weihnachten nach Vietnam oder Thailand bringt. Gerade gut gebildete, gut Verdienende zählen zu den Vielfliegern, für die jährlich zwei, drei Urlaube ganz selbstverständlich sind. Weil es so bequem ist, weil sie glauben, nach anstrengender Arbeit Entspannung verdient zu haben, weil ihre Freunde es auch tun, weil es möglich ist, schnell geht und wenig kostet.“

Die Atmosphäre gehört allen Erdenbürgern zu gleichen Teilen. Ein großer Teil der Menschheit ist noch nie geflogen. Aber die kleine Minderheit, die regelmäßig fliegt, schadet der Umwelt extrem. Eine, global betrachtet, winzige fliegende Klasse hat nicht das Recht, das Klima so sehr zu verändern, dass es alle in Mitleidenschaft zieht, die auf der Erde leben oder nach uns noch hier leben wollen.

„Aber die Menschen müssen lernen, zwischen ihren Bedürfnissen und Wünschen zu unterscheiden – und wir müssen uns im Neinsagen üben, wenn wir das Klima schützen wollen. Gefordert ist nicht totaler Verzicht, sondern kluges Reisen. Vielleicht machen ein paar Wochen, in denen man zu Fuß Europa erkundet, ja glücklicher als eine Fernreise mit all dem Stress, den der Wechsel von Zeit- und Klimazonen mit sich bringt. Es ist eine Illusion der Wohlstandstouristen, dass eine Erholung am anderen Ende der Welt möglich ist, ohne genau diese Welt zu zerstören.“

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/reisen-fliegende-konsumenten-1.3996006

 

EU countries ‘off target’ on carbon emissions: report

https://www.euractiv.com/section/climate-environment/news/eu-countries-off-target-on-carbon-emissions-report/

Most European nations are set to miss their carbon reduction pledges made as part of the Paris Agreement, according to a new ranking of “good”, “bad” and “ugly” countries published today (18 June) by Europe’s leading NGO coalition on climate change.

Among “the good” are Sweden, Portugal, France, the Netherlands and Luxembourg – which scored highest because of their ambitious climate policies, while taking the lead in the debate on the EU’s future targets

“The bad” include Belgium, Denmark, Germany and the UK – which are no longer considered at the forefront of climate action and “aim rather low despite their relative wealth,” according to CAN Europe.

“It’s becoming very clear these days that Germany has gone from being world champion in climate action to a third division team,” said Prof. Dr. Hermann E. Ott, board member of German League for Nature, Animal and Environment Protection (DNR).