Die Plastik-Panik

Allen, die sich im Moment so über Plastikverpackungen echauffieren sei gesagt: der Plastikstrudel im Meer kommt aus Mekong, Ganges und co. – nicht aus Deutschland.

Plastikverpackungen, z.B. Einschweissen von Fleisch, veringert den Lebensmittelmüll, da es die Haltbarkeit verlängert.

Plastik hat fast den gleichen Brennwert wie Erdöl und enthält weniger Schadstoffe als Braunkohle. Solange noch Braunkohle in Deutschland zur Stromgewinnung verbrannt wird, schützt jedes Stück Plastik in der Mülltonne (natürlich nicht in der Landschaft) die Umwelt – weil es thermisch verwertet wird, zur Strom- und Fernwärmeproduktion, schadstoffärmer als die Kohle, die sonst dafür verbrannt würde.

Ich empfehle zum Lesen:
https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2013/handel/was-bringt-eigentlich-die-muelltrennung

Zwei Drittel der eingesammelten Verpackungen aus dem Grünen Punkt enden in der sogenannten thermischen Verwertung: Sie werden verbrannt. Etwa in der Hamburger Müllverwertungsanlage, wo 320.000 Tonnen Verpackungen pro Jahr verfeuert werden. Daraus entsteht Fernwärme für Wohnungen und Strom. Der oft nasse Restmüll brennt nicht gut. Daher ist man am Rugenberger Damm froh über jede Kunststoffverpackung und jedes Stück Papier, das irrtümlich in die Restmülltonne geworfen wurde. Das erhöht den Brennwert. Um den Brennwert noch zusätzlich zu steigern, wird der Müll gezielt mit Kunststoffen und geschredderten Holzteilen aus dem Sperrmüll angereichert. Ist das schlimm?

Als Brennstoff ist Abfall heute genauso wertvoll wie Braunkohle, die aufwendig gefördert werden muss. Selbst Greenpeace sieht die Müllverbrennung nicht mehr als Übel: Dank strenger Umweltauflagen sei die Dioxinbelastung seit 1990 auf ein Tausendstel gesunken. Eine Studie komme zu dem Schluss, dass die Anlagen der Luft Giftstoffe entzögen – würde man die entsprechende Menge Strom und Wärme aus Kohle erzeugen, würden zusätzlich drei Tonnen Arsen, Cadmium und andere Schwermetalle die Luft belasten. Selbst die Kohlendioxidbilanz der Anlagen sei besser als ihr Ruf.

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