Warum „grünes“ Fliegen Unsinn ist

Fliegen ist ja heute, was früher das Mofafahren war. Während man noch auf seinem quietschenden Kettcar herumfuhr, vielleicht auch schon auf einem etwas zu großen Fahrrad, knatterten einige der Größeren schon benzingetrieben durch die Gegend. Cool!

Dasselbe Gefühl der Beschämung stellt sich heute ein, wenn man weite Strecken mit der Bahn fährt, die andere fliegend zurücklegen. Egal, ob die nun wirklich schneller am Ziel sind (Kontrollen, Wartezeiten, An- und Abfahrt): Fliegen ist einfach cooler. Dachte ich auch lange.

Tonnenweise CO2

Fatalerweise ist es aber auch diejenige Konsumentscheidung, mit der wir als Individuen dem Klima innerhalb weniger Stunden den größtmöglichen Schaden zufügen.

Wenn wir es ernst meinten mit dem Kampf gegen den Klimawandel, stünden jedem von uns – aufs ganze Jahr gerechnet – höchstens zwei Tonnen CO2-Emissionen zu. Allein mit einem Flug von Hamburg nach New York und zurück haben wir schon fast das Doppelte auf unserem Konto. Und das ist nur das verbrannte Kerosin. Hinzu kommen anteilig weitere Emissionen (auch Lärm gehört dazu) und Ressourcenverbräuche für die Flotte, die Flughäfen und die individuelle An- und Abreise am Start- und Zielort.

GEO / Bis zum Ende lesen für ein paar gute Tipps!

Bahnzai! Hochgeschwindigkeit In Japan sind die Züge so schnell und sicher, dass kaum jemand mehr fliegen will.

Ein zunächst gar nicht beabsichtigter Effekt stellte sich ein, sobald das Shinkansen-Netz in ganz Japan ausgebaut war und die Züge ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hatten: Das Volumen der Inlandsflüge nahm deutlich ab. Noch immer wird im Inland geflogen, aber die Shinkansen haben dem Flugzeug auf allen Strecken bis zu 750 Kilometer eindeutig den Rang abgelaufen. Viele Flugverbindungen zwischen großen Städten mit Entfernungen zwischen 300 und 500 Kilometer und Reisezeiten von maximal zweieinhalb Stunden wurden inzwischen gestrichen. Sie lohnen sich nicht mehr, weil die Leute lieber Bahn fahren.

Der Freitag

Ab wann wird die Luftfahrt grün?

Immer mehr Menschen fliegen. Doch dies ist derzeit zugleich der schnellste Weg, die Erde aufzuheizen. Ein längerer Flug erzeugt schon mehr Klimagase als ein Mensch pro Jahr überhaupt verursachen sollte. Was ist zu tun?

„Wir müssen uns fragen: Wie kann ich meine Transportbilanz verbessern? Zum Discobesuch auf die Insel am Wochenende ist da sicherlich absurd“, sagte Lehmann der DW.

Magdalena Heuwieser von Stay Grounded, einem globalen Netzwerk zur Reduktion vom Flugverkehr, stimmt Lehmann grundsätzlich zu. Sie beschreibt das Dilemma in dem auch umweltbewusste Menschen stecken. „Das Fliegen ist ein sehr schwieriges und unangenehmes Thema. Für viele ist Fliegen inzwischen normal. Zudem ist es ein Statussymbol“, sagt die Klimaaktivistin. „Nun geht es aber darum: Wie kriegen wir die Klimakrise in den Griff? Müssten wir eigentlich unsere Produktions- und Lebensweise verändern und auch unsere Art der Mobilität überdenken?“

Infografik CO2 pro Person pro 1000 km DE

Die wahren Kosten der Fliegerei

Fliegen ist zu billig, rechnet Renate Schubert vor. Würden Treibstoffsteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer bezahlt, wären Tickets teurer und Falschanreize verringert.

Übers Wochenende mal schnell nach London? Zum Weihnachtsshopping rasch nach New York? Wer kennt sie nicht, die Versuchung des billigen Fliegens? Tatsache ist, dass das Fliegen dem Klima enorm schadet. Dennoch ist Fliegen heutzutage in den meisten Ländern so billig, dass mehr denn je geflogen wird. Warum ist das so?

Betrachten wir das Beispiel Schweiz. Hierzulande sind Auslandsflüge von der Kerosinbesteuerung ausgenommen; im Automobilbereich hingegen gibt es eine Steuer auf das Benzin. Zudem ist der Flugverkehr von einer CO2-Abgabe befreit und kennt auch keine Emissions-Höchstgrenzen. Schliesslich müssen Flugpassagiere, anders als andere Konsumentinnen, auch keine Mehrwertsteuer für ihre Tickets zahlen.

Dies alles trägt dazu bei, dass Flugpreise – verglichen mit anderen Verkehrsmittel – sehr tief sind. So kann man beispielsweise für 31.20 Franken von Basel nach Berlin fliegen, während ein reguläres Zugbillet in der zweiten Klasse ohne Ermässigung 178 Franken kostet.

Würden Zuschläge aufs Fliegen den Zug ökonomisch konkurrenzfähig machen? Ökologisch wäre er das allemal, denn während der Flug Basel-Berlin einen CO2-Ausstoss von ungefähr 180 Kg CO2 bedeutet, würden bei der Zugfahrt nur ca. 20 Kg CO2 emittiert.

Mehr Lesen? Siehe ETH Nachhaltigkeitsblog!

Wie wichtig das Geld in ökologischen Fragen ist…

…zeigte die Nachwahlbefragung zur Fairfood-Initiative, die eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln fordert. Im September wurde sie klar abgelehnt. Das wichtigste Argument der Gegner war die Furcht vor steigenden Preise. Und dies unabhängig davon, ob sie selbst über ein hohes oder niedriges Einkommen verfügen.

(…) So gerechnet bliebe sogar noch etwas Geld übrig. Zum Beispiel für eine CO₂-Abgabe auf das nächste Flugticket. Die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie hat eine solche Abgabe in ihrer allerletzten Sitzung vor der Ratsdebatte zwar verworfen. Aus Rücksicht auf die Airlines. Aber gerade die hoch subventionierte Branche müsste dringend dazu verpflichtet werden, endlich die ökologischen Kosten ihres Geschäfts einzupreisen. -> Die Zeit.

28 Stunden Verspätung? Ja, aber im Flugzeug, nicht im Zug!

https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-koeln-kuba-flug-startet-mit-28-stunden-verspaetung_aid-17132589
Das mal für alle, die immer klagen, die Bahn sei soviel unzuverlässiger als der Flieger. Sicher, die Bahn ist unzuverlässiger als eine moderne Bahn das sein sollte – aber fliegen ist nochmal eine Nummer schlimmer.

Jazz Night Express

http://jazznightexpress.de/

nachtzug & jazz-club & restaurant

berlin – Amsterdam – Rotterdam

28. bis zum 30. Juni 2019

Ein Zug, drei Jazzbühnen, ein Restaurant, ein Bistro und mehrere Bars. Der Jazz Night Express ist schlafen, essen, trinken und genießen von Musik auf einer unvergesslichen Reise. Wir kombinieren die Romantik des Nachtzuges mit swingendem Jazz: Jesse van Ruller, Ntjam Rosie, Dorona Alberti (vom Gare du Nord), DJ Maestro und mehr. All dies wurde von einer kleinen Organisation von drei Freiwilligen und verschiedenen Bekannten, Nachbarn und Partnern organisiert!

Greenwashing

Das ist Greenwashing: der Flughafen Stuttgart spart jetzt soviel Strom – und vermeidet soviel CO2 – indem man die Landebahnbeleuchtung durch LEDs ersetzt hat.

Klar! Ganz vergessen, die Flugzeuge produzieren ja nur ca. 150 000x soviel CO2 wie die ganze Landebahnbeleuchtung.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.flughafen-stuttgart-leuchtdioden-weisen-piloten-den-weg.fe51534b-acb6-412a-bbbd-2002c22c14ef.html?reduced=true