Oberleitungs-LKW? Was für ein Quatsch.

Oberleitungen gibt es schon: auf der Eisenbahn. Und: Züge brauchen, bezogen auf ihre Transportkapazität weniger Energie als LKW – auf Grund des geringeren Roll- und Luftwiderstands.

Also bitte, warum nicht einfach den Güterverkehr auf die Schiene verlagern, anstatt Oberleitungen auf Autobahnen zu bauen?

http://www.sueddeutsche.de/news/wirtschaft/verkehr-teststrecke-fuer-oberleitungs-lkw-arbeiten-beginnen-auf-a5-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-180302-99-313822

Für 10 Milliarden Euro (ungefähr die Kosten von Stuttgart 21) liese sich die Güterverkehrskapazität auf der Schiene in Deutschland verdoppeln! Wäre das nicht eine sinnvollere Investition? Zusammen mit einer Senkung der Trassenentgelte, und einer Erhöhung der LKW-Maut natürlich!

Fisch: Die dunkle Seite des Ökosiegels MSC

Ein Jahr ist der Filmemacher Wilfried Huismann um den Globus gereist, um zu zeigen, dass sich hinter manchen Zertifizierungen ein Millionengeschäft verbirgt und beim Schutz der Umwelt beide Augen zugedrückt werden. So werden Thunfische nach wie vor auch mit umstrittenen Ringwadennetzen gejagt.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fisch-im-supermarkt-streit-um-die-glaubwuerdigkeit-des-msc-siegels-fuer-fisch-1.3905424?reduced=true

Ähnliche Kritik trifft übrigens gerade den WWF, der sich zunehmend auf gute Beziehungen zur Palmölindustrie verlegt:

http://www.sueddeutsche.de/medien/wdr-recherchen-ueber-den-world-wide-fund-for-nature-wwf-am-tisch-mit-monsanto-1.1111269

Aber man muss dem WWF zu Gute halten, dass er kompetent das Thema Tourismus kommentiert:

https://www.wwf.at/de/wwf-urlaubstipps/

Eine Flugreise ist das größte ökologische Verbrechen

„Für die Sommerferien ist der Flug längst gebucht, keine Fernreise, nur Bilbao und von dort weiter mit dem Mietwagen. Reisen gehört zum Selbstverständnis des modernen Menschen dazu, er ist mobil, mobiler denn je. Gut 70 Milliarden Euro im Jahr geben die Deutschen für Urlaube aus, zugleich gilt vielen der Umweltschutz als sehr wichtig. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären?“

Eine Flugreise ist ökologisch so ziemlich das schlimmste Verbrechen, das eine einzelne Personen anrichten kann. Die Klimagasemissionen erwärmen die Erde mit verheerenden Folgen für Ökosysteme und Artenvielfalt. Fluglärm und Schadstoffe kommen noch dazu. Die Folgen sind tödlich. Und trotzdem reisen wir ungerührt.

„Wir besuchen die Freundin in London mit dem Billigflieger und googeln im Netz einen günstigen Flug, der uns über Weihnachten nach Vietnam oder Thailand bringt. Gerade gut gebildete, gut Verdienende zählen zu den Vielfliegern, für die jährlich zwei, drei Urlaube ganz selbstverständlich sind. Weil es so bequem ist, weil sie glauben, nach anstrengender Arbeit Entspannung verdient zu haben, weil ihre Freunde es auch tun, weil es möglich ist, schnell geht und wenig kostet.“

Die Atmosphäre gehört allen Erdenbürgern zu gleichen Teilen. Ein großer Teil der Menschheit ist noch nie geflogen. Aber die kleine Minderheit, die regelmäßig fliegt, schadet der Umwelt extrem. Eine, global betrachtet, winzige fliegende Klasse hat nicht das Recht, das Klima so sehr zu verändern, dass es alle in Mitleidenschaft zieht, die auf der Erde leben oder nach uns noch hier leben wollen.

„Aber die Menschen müssen lernen, zwischen ihren Bedürfnissen und Wünschen zu unterscheiden – und wir müssen uns im Neinsagen üben, wenn wir das Klima schützen wollen. Gefordert ist nicht totaler Verzicht, sondern kluges Reisen. Vielleicht machen ein paar Wochen, in denen man zu Fuß Europa erkundet, ja glücklicher als eine Fernreise mit all dem Stress, den der Wechsel von Zeit- und Klimazonen mit sich bringt. Es ist eine Illusion der Wohlstandstouristen, dass eine Erholung am anderen Ende der Welt möglich ist, ohne genau diese Welt zu zerstören.“

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/reisen-fliegende-konsumenten-1.3996006

 

EU countries ‘off target’ on carbon emissions: report

https://www.euractiv.com/section/climate-environment/news/eu-countries-off-target-on-carbon-emissions-report/

Most European nations are set to miss their carbon reduction pledges made as part of the Paris Agreement, according to a new ranking of “good”, “bad” and “ugly” countries published today (18 June) by Europe’s leading NGO coalition on climate change.

Among “the good” are Sweden, Portugal, France, the Netherlands and Luxembourg – which scored highest because of their ambitious climate policies, while taking the lead in the debate on the EU’s future targets

“The bad” include Belgium, Denmark, Germany and the UK – which are no longer considered at the forefront of climate action and “aim rather low despite their relative wealth,” according to CAN Europe.

“It’s becoming very clear these days that Germany has gone from being world champion in climate action to a third division team,” said Prof. Dr. Hermann E. Ott, board member of German League for Nature, Animal and Environment Protection (DNR).

Deutschland verpasst Klimaschutzziel / Trassenpreise im Schienenverkehr senken

Schon seit längerem ist bekannt: Deutschland verpasst seine Klimaschutzziele. Statt einer Emissionsverringerung um 40% gegenüber 1990 werden maximal 32% erreicht. Und das liegt vor allem – obwohl der rasant wachsende Flugverkehr gar nicht eingerechnet wird – am Verkehrssektor.

https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-06/klimaschutzziel-senkung-co2-ausstoss-verzug-deutschland

Leicht panisch fordert der Bundestag, die Trassenpreise im SchienenGÜTERverkehr zu senken. Sicher zu recht, denn der Schienenanteil am Güterverkehr fällt jedes Jahr, hat mittlerweile 17% unterschritten. Dabei wäre es wesentlich leichter im Güterverkehr als im Personenverkehr, eine Verlagerung auf die Schiene zu erreichen. Wenn nur die politische Rahmenbedingungen stimmen würden. Aber gut, vielleicht passiert ja was…

https://www.allianz-pro-schiene.de/presse/pressemitteilungen/regierungsfraktionen-trassenpreise-noch-2018-runter/

Wo leider gar nicht passiert ist der SchienenPERSONENverkehr. Der Flugverkehr wächst von Jahr zu Jahr, aber bequemerweise wird der ja gar nicht von der Parisvereinbarung erfasst. Unterdessen feiert man die neue Bahnstrecke Berlin – München, die sicher überfällig war, und der ich den Erfolg gönne; nur: 600km in 4 Stunden, 5 Zugpaare pro Tag? In Italien fährt man 600km (Rom-Mailand) in 2:55h, bald 2:02, zu Preisen von ca. 30 Euro, mit einem Zug alle halbe Stunde!

Also bitte: Schienenverkehr stärken! Infrastruktur ausbauen, Preise runter, Nachtzüge modernisieren.

Die einzig gute Nachtricht: es gehen Gerüchte, die SPD fordere eine Mehrwertsteuerreduzierung für Bahntickets. So wie Flugtickets dummerweise schon immer völlig mehrwertsteuerfrei sind!

Istanbul

Die Fahrt nach Istanbul gehört zu den berühmtesten Strecken der Welt, nicht zuletzt durch Agatha Christie’s Murder on the Orient Express. Den Orient-Express gibt es nicht mehr (siehe https://www.seat61.com/OrientExpress.htm für einen Überblick über den Mythos Orient-Express). Nach Istanbul kommt man aber immernoch erstaunlich leicht: von Wien aus mit einmal Umsteigen, in ca. 36 Stunden, bequem im Schlafwagen zwei Nächte im Zug. Eine grandiose Reise!

Einen ersten Überlick bietet Rome2Rio:
https://www.rome2rio.com/map/Vienna/Istanbul

  1. Wien nach Bucharest: D-Zug, 19h. Buchbar am einfachsten direkt online bei den ÖBB.
  2. Bucharest nach Istanbul Halkali: 17h im Bosphor-Express

Also warum nicht nächsten Herbst oder nächstes Frühjar auf den Spuren des Orient-Express nach Istanbul fahren?

Siehe auch für Fotos: http://www.geo.de/reisen/community/reisebericht/445184/3/Orient-Express-mit-dem-Zug-von-Deutschland-in-die-Tuerkei

PS: In James Bonds „Skyfall“ spielt ein Zug ab Istanbul eine besondere Rolle: James Bond kämpft auf dem Dach des fahrenden Zuges. Die Szene wurde gedreht in der Gegend um Adana auf dem Teilstück Konya–Adana der Bagdadbahn, die dort das Taurusgebirge bezwingt. Bei dem Viadukt, von dem James Bond herabfällt, handelt es sich um die höchste Eisenbahnbrücke der Türkei, das „Giaour-Dere-Viadukt“, auf türkisch „Varda Köprüsü“ oder auch „Alman Köprüsü“ (Deutsche Brücke), südwestlich des Bahnhofes Hacikiri, 93m hoch 1200m lang.
http://www.eisenbahn-im-film.de/info/skyfall.htm