Lithium aus Lateinamerika: Umweltfreundlicher als gedacht

Ich bin ja kein großer Freund der Heilsversprechen der Elektroautos. Elektromobilität heißt in Städten und auf Langstrecken meiner Meinung nach: Zug. Elektroautos — Autos allgemein — haben ihre Berechtigung in ländlichen Gebieten auf Strecken zwischen 15 und 150km. Drunter: Fahrrad, oder Elektrovespa von mir aus. Drüber: Zug.

Aber was ich trotzdem nicht im Raum stehen lassen kann, ist die Hetze gegen die Litiumbatterien. Man lese den verlinkten Artikel!

https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/lithium-aus-lateinamerika-umweltfreundlicher-als-gedacht/24022826.html?social=fb

Ich schäme mich fürs Fliegen – und ihr solltet das auch

Gerade erst bin ich geflogen. Ganz ungünstig lagen zwei Recherchetermine – einer ging in Köln bis spätabends, der andere schon am nächsten Vormittag in Bologna los. Verschieben war nicht möglich, der Job in Italien war wichtig und das Geld konnte meine Familie gut gebrauchen. Also flog ich.

Mit zwei ganz großen Unterschieden zu früher: Ich suchte zuerst lange und vergeblich nach einer passenden Nachtzugverbindung. Und: Ich hatte ein verdammt schlechtes Gefühl dabei. Das, obwohl der Flug nur 70 Euro kostete und ich sogar inklusive CO2-Ausgleich gegenüber der Bahnfahrt mindestens zwei Drittel gespart hatte.

Statt am Flughafen das Jetset-Gefühl zu genießen, betrachtete ich meinen Boardingpass trotzdem mit einem extrem miesen Gewissen. Denn ich weiß ja, dass ich damit zu einer globalen Minderheit von nur fünf Prozent der Weltbevölkerung gehöre, die in diesem Jahr ein Flugzeug betreten wird – und damit für hundert Prozent der Menschen den Planeten ein bisschen unwirtlicher macht. Mit meinem asozialen Verhalten trage ich zu zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen bei, und meine Ausrede dafür ist eher schwach.

Wäre die allgemeine Flugscham noch größer, hätte ich den zweiten Termin wohl abgesagt. Noch habe ich aber seit Greta Thunbergs mehrtägiger Zugfahrt von Stockholm zum Weltwirtschaftsgipfel in Davos nur diesen privaten Vorsatz: Ich bleibe ab jetzt am Boden.

Immer weiter, immer mehr

https://www.sueddeutsche.de/politik/luftverkehr-immer-weiter-immer-mehr-1.4186117

Auch langfristig sieht es mit den Klimazielen im Luftverkehr schlecht aus: Es dauert lange, neue Flugzeuge zu entwickeln, viel länger als bei Autos. Die Fortschritte, die bei den Triebwerken erzielt werden, werden durch den Boom mehr als ausgeglichen. Um genügend Biotreibstoff für all die Flieger zu produzieren, müssten ganze Länder ihre Landwirtschaft umstellen. Dass von 2050 an nur noch elektrisch geflogen wird, glauben auch die kühnsten Optimisten nicht mehr.

„Urlaub war uns wichtiger als eure Zukunft, sorry!“

Ein vorweggenommener Entschuldigungsbrief an unsere Kinder von Marc Baumann, erschienen im Magazin der Süddeutschen Zeitung am 14. Juli. Sehr lesenswert!

Das Fazit:
„Immerhin: Unsere Tatenlosigkeit ist gut dokumentiert in Millionen von Selfies, die unseren Hedonismus, unseren verantwortungslosen Lebensstil der Verschwendung, feiern. Solltet ihr uns eines Tages vor Gericht anklagen wollen wegen Umweltzerstörung, werdet ihr mehr als genug Beweise haben. Ich plädiere hiermit schon mal auf völlige Schuldfähigkeit.“

… ich auch . Und ihr?

Danke an das Nachhaltigkeitsseminar!
https://nachhaltigkeit-seminar.blogspot.com/p/seminarplan.html

Flight-shaming: can railroads replace flying?

The increasingly popular flight-shame movement is pushing more and more Swedes to ditch air travel in favour of more sustainable rail alternatives. With the holiday season kicking off and cheap flying deals increasingly available, Adele Berti asks how and where trains could become a more popular transportation method than planes in the future.

https://rail.nridigital.com/future_rail_jul19/flight-shaming_can_railroads_replace_flying

Important step: Making rail bookings easier!

With so much potential in their hands, however, both the travel and rail industries are missing out on the opportunity to drive crowds towards trains. On the one hand, explains Smith, travel agencies are set up to deal with flights, while finding and booking the best and cheapest rail tickets is often too complicated. Meanwhile, he adds, the rail industry is becoming increasingly fragmented, with too many operators having „blinkers on and looking at their own little patch“, inevitably leading to poor customer services.

“Europe-wide, there is a massive problem that the distribution for rail is 30 years behind the distribution for air,” says Smith. “You have to know which specific website to use to book which journey.”

Ich schäme mich (ein wenig), weil ich so viel fliege. Aber was soll ich tun?

https://www.derstandard.at/story/2000098194211/ich-schaeme-mich-ein-wenig-weil-ich-so-viel-fliege

Ich bin mitschuld an der Klimakrise. Im Vorjahr bin ich sechsmal geflogen. Ich liebe es, in kurzer Zeit irgendwo anders, weit weg, zu sein. Nur damit habe ich genauso viel CO2 in die Luft geblasen wie ein durchschnittlicher Österreicher mit Heizen, Auto, Urlaub und allem Drum und Dran im ganzen Jahr. Wir sind auf dem besten Weg zu vier Grad Erderwärmung. Muss ich aufhören zu fliegen?

Kurz gesagt: Ja! Zumindest fast ganz!