Ende des Monats: Ende der Welt!

https://www.freitag.de/autoren/elsa-koester/ende-des-monats-ende-der-welt

Die Erderwärmung ist ein Kind des Neoliberalismus. In Frankreich haben das viele verstanden.

Klimagerechtigkeit ist das Schlagwort der Stunde. Und trotzdem blieben es zwei Demonstrationen ganz unterschiedlicher Milieus, unterschiedlichen Umweltbewusstseins – und unterschiedlicher Ökobilanzen. Denn auch der CO2-Fußabdruck ist eine Frage des Milieus: je höher das Einkommen, desto größer die Umweltverschmutzung. Eine Flugreise nach New York stößt vier Tonnen CO2 aus, so viel wie das Heizen einer Altbau-Wohnung über ein Jahr lang. Auch ein ansonsten umweltbewusstestes Verhalten – Fahrrad und Métro statt Auto, Veganismus statt Fleischkonsum – kann solch einen Flug nicht wieder wett machen. Sind also doch die bösen Kosmopoliten schuld am Klimawandel, und die arme Bevölkerung auf dem Land soll deren Lebensstil jetzt über die Ökosteuer bezahlen?

New Fellow Travellers report on the potential for electric aircraft to mitigate aviation emissions. Spoiler: it’s very limited.

Electric planes will not cut pollution sufficiently to justify airport expansion, analysis reveals

‘With the best will in the world, electric flight is only going to be able to shave a few per cent off emissions from air travel between now and 2050’

https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/media.afreeride.org/documents/Electric+Dreams.pdf?fbclid=IwAR0sjFx1krdAb5AAKvi51bRt5zlP4dgU5qiTxdIfr5UqNLL-9IqxmCvwHQw

Auslaufmodell Nachtzug? Mitnichten

https://www.srf.ch/news/international/zuerich-hamburg-sehr-beliebt-auslaufmodell-nachtzug-mitnichten?ns_source=srf_app&fbclid=IwAR27xC8NYe45F4xUU8iGcbWjXXJ-e4vHulyP9G2LAKkCZSy3qYEvJ6bEhH8

  • Auch 2018 sind mehr Passagiere mit einem Nachtzug der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) durch Europa gefahren.
  • Insgesamt waren es 1,6 Millionen Passagiere. Damit nahm die Zahl der Passagiere verglichen mit dem Vorjahr um 200’000 zu.
  • Die Strecke von Zürich nach Hamburg ist am erfolgreichsten.

Die ÖBB hat vor zwei Jahren einen Teil der Nachtlinien von der Deutschen Bahn übernommen. Mit Erfolg. Jetzt will das Unternehmen noch mehr Fahrgäste im Schlaf ans Ziel bringen und baut sein Angebot in Deutschland aus.

Seit Dezember sind die «Nightjets» auch zwischen Wien und Berlin unterwegs – zwei Städte, die auch tagsüber ein ICE direkt verbindet. Zudem wurden neue Nachtzüge bestellt.

Erfolg auf deutschen Strecken: Österreichs Bahn baut Nachtzug-Angebot aus

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Osterreichs-Bahn-baut-Nachtzug-Angebot-aus-article20797762.html

Vor zwei Jahren gibt die Deutsche Bahn ihre Nachtzüge auf. Für den Konzern war es ein verlustreiches Nischengeschäft. In die Lücke sprang die österreichische Staatsbahn. Die baut ihr Angebot nun sogar weiter aus.

Zwei Jahre nach der Übernahme der Nachtzüge der Deutschen Bahn steigern die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) ihre Fahrgastzahlen in der Nacht. Nach europaweit 1,4 Millionen Fahrgästen 2017 waren es 1,6 Millionen im vergangenen Jahr, wie aus Mitteilungen der ÖBB hervorgeht.

Das Unternehmen will noch mehr Fahrgäste im Schlaf ans Ziel bringen und baut sein Angebot in Deutschland aus. Seit Dezember sind die „Nightjets“ auch zwischen Wien und Berlin unterwegs – zwei Städte, die seither auch tagsüber ein ICE direkt verbindet. Zudem wurden neue Nachtzüge bestellt.

Warum „grünes“ Fliegen Unsinn ist

Fliegen ist ja heute, was früher das Mofafahren war. Während man noch auf seinem quietschenden Kettcar herumfuhr, vielleicht auch schon auf einem etwas zu großen Fahrrad, knatterten einige der Größeren schon benzingetrieben durch die Gegend. Cool!

Dasselbe Gefühl der Beschämung stellt sich heute ein, wenn man weite Strecken mit der Bahn fährt, die andere fliegend zurücklegen. Egal, ob die nun wirklich schneller am Ziel sind (Kontrollen, Wartezeiten, An- und Abfahrt): Fliegen ist einfach cooler. Dachte ich auch lange.

Tonnenweise CO2

Fatalerweise ist es aber auch diejenige Konsumentscheidung, mit der wir als Individuen dem Klima innerhalb weniger Stunden den größtmöglichen Schaden zufügen.

Wenn wir es ernst meinten mit dem Kampf gegen den Klimawandel, stünden jedem von uns – aufs ganze Jahr gerechnet – höchstens zwei Tonnen CO2-Emissionen zu. Allein mit einem Flug von Hamburg nach New York und zurück haben wir schon fast das Doppelte auf unserem Konto. Und das ist nur das verbrannte Kerosin. Hinzu kommen anteilig weitere Emissionen (auch Lärm gehört dazu) und Ressourcenverbräuche für die Flotte, die Flughäfen und die individuelle An- und Abreise am Start- und Zielort.

GEO / Bis zum Ende lesen für ein paar gute Tipps!

Bahnzai! Hochgeschwindigkeit In Japan sind die Züge so schnell und sicher, dass kaum jemand mehr fliegen will.

Ein zunächst gar nicht beabsichtigter Effekt stellte sich ein, sobald das Shinkansen-Netz in ganz Japan ausgebaut war und die Züge ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt hatten: Das Volumen der Inlandsflüge nahm deutlich ab. Noch immer wird im Inland geflogen, aber die Shinkansen haben dem Flugzeug auf allen Strecken bis zu 750 Kilometer eindeutig den Rang abgelaufen. Viele Flugverbindungen zwischen großen Städten mit Entfernungen zwischen 300 und 500 Kilometer und Reisezeiten von maximal zweieinhalb Stunden wurden inzwischen gestrichen. Sie lohnen sich nicht mehr, weil die Leute lieber Bahn fahren.

Der Freitag

Ab wann wird die Luftfahrt grün?

Immer mehr Menschen fliegen. Doch dies ist derzeit zugleich der schnellste Weg, die Erde aufzuheizen. Ein längerer Flug erzeugt schon mehr Klimagase als ein Mensch pro Jahr überhaupt verursachen sollte. Was ist zu tun?

„Wir müssen uns fragen: Wie kann ich meine Transportbilanz verbessern? Zum Discobesuch auf die Insel am Wochenende ist da sicherlich absurd“, sagte Lehmann der DW.

Magdalena Heuwieser von Stay Grounded, einem globalen Netzwerk zur Reduktion vom Flugverkehr, stimmt Lehmann grundsätzlich zu. Sie beschreibt das Dilemma in dem auch umweltbewusste Menschen stecken. „Das Fliegen ist ein sehr schwieriges und unangenehmes Thema. Für viele ist Fliegen inzwischen normal. Zudem ist es ein Statussymbol“, sagt die Klimaaktivistin. „Nun geht es aber darum: Wie kriegen wir die Klimakrise in den Griff? Müssten wir eigentlich unsere Produktions- und Lebensweise verändern und auch unsere Art der Mobilität überdenken?“

Infografik CO2 pro Person pro 1000 km DE

Die wahren Kosten der Fliegerei

Fliegen ist zu billig, rechnet Renate Schubert vor. Würden Treibstoffsteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer bezahlt, wären Tickets teurer und Falschanreize verringert.

Übers Wochenende mal schnell nach London? Zum Weihnachtsshopping rasch nach New York? Wer kennt sie nicht, die Versuchung des billigen Fliegens? Tatsache ist, dass das Fliegen dem Klima enorm schadet. Dennoch ist Fliegen heutzutage in den meisten Ländern so billig, dass mehr denn je geflogen wird. Warum ist das so?

Betrachten wir das Beispiel Schweiz. Hierzulande sind Auslandsflüge von der Kerosinbesteuerung ausgenommen; im Automobilbereich hingegen gibt es eine Steuer auf das Benzin. Zudem ist der Flugverkehr von einer CO2-Abgabe befreit und kennt auch keine Emissions-Höchstgrenzen. Schliesslich müssen Flugpassagiere, anders als andere Konsumentinnen, auch keine Mehrwertsteuer für ihre Tickets zahlen.

Dies alles trägt dazu bei, dass Flugpreise – verglichen mit anderen Verkehrsmittel – sehr tief sind. So kann man beispielsweise für 31.20 Franken von Basel nach Berlin fliegen, während ein reguläres Zugbillet in der zweiten Klasse ohne Ermässigung 178 Franken kostet.

Würden Zuschläge aufs Fliegen den Zug ökonomisch konkurrenzfähig machen? Ökologisch wäre er das allemal, denn während der Flug Basel-Berlin einen CO2-Ausstoss von ungefähr 180 Kg CO2 bedeutet, würden bei der Zugfahrt nur ca. 20 Kg CO2 emittiert.

Mehr Lesen? Siehe ETH Nachhaltigkeitsblog!