Kognitive Dissonanz…

http://www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/klimaschutz-klimabilanz-co2-fussabdruck-selbstversuch

„Niemand leugnet heute noch den Klimawandel, jedenfalls nicht in unserem aufgeklärten Bekanntenkreis. Niemand stellt infrage, dass der Norden, also wir, etwas ändern muss – damit die globale Temperatur nicht weiter steigt, mit unkontrollierbaren Folgen. Und jeder findet, dass die Politiker das Problem viel schneller und beherzter angehen sollten. Nur wenn es dann ans eigene Verhalten geht, dann wird die Sache plötzlich heikel.“

Jetzt fangt ihr auch noch mit der Schlechtes-Gewissen-Ökonummer an! Zählt meine Flüge, wollt die kleinen Leute gängeln und vergesst die großen Umweltsünder?

Ähnliche Reaktionen bekommen wir in den Wochen darauf in Varianten. Mal mit einem verbindlichen Seufzer, mal genervt wird uns vorgeworfen, zu Spaßbremsen zu mutieren. Zu Leuten, mit denen man nicht mehr über spontane Flüge nach Lissabon (ein Schnäppchen mit den Billigfliegern) reden kann oder über schicke Klamotten, von Fernreisen ganz zu schweigen. Die ein wunderbar duftendes argentinisches Rindersteak vorgesetzt bekommen und dann über dessen Ökobilanz dozieren, statt einfach zu genießen. Kurz: zu Nervensägen, oder wie die Kinder sagen würden: nicht cool.“

Tja, in der Tat. „Nur wenn es dann ans eigene Verhalten geht, dann wird die Sache plötzlich heikel.“ Gerade die hippen Stadtbewohner lieben ihre spontanen Flüge nach Lissabon, und Sozialstatus misst sich eben heutzutage nicht mehr am dicken Auto vor der Tür sondern an der Anzahl der exotische Urlaubsziele, die man auf Facebook teilen kann. Der Umwelt nutzt das nichts, auch wenn man dann mal zwischendurch nen Soja-Latte-Machiatto kauft.

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