Presserückschau – vor einem Jahr

Ohne Kommentar:

Presserückschau – vor einem Jahr…

Ausnahmsweise mal eine sinnvolle staatliche Investition. Bahn statt Straßen!
https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/regierung-will-zahl-der-bahnuebergaenge-reduzieren-a-1294693.html

Fliegen: So viel CO2 verursachen Promis. (Spoiler: Bill Gates – 350 000km im Privatjet – 1600 Tonnen CO2-)
https://science.orf.at/stories/2993623/

Wo die meisten Treibhausgase entstehen.
https://science.orf.at/stories/2988476/

Klimastreik – Wir sind weder links noch rechts.
https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/wir-sind-weder-links-noch-rechts/story/16403156?utm_content=buffer65c87&utm_medium=social&utm_source=twitter.com&utm_campaign=buffer

IATA-Propaganda

Die internationale Luftfahrtorganisation hat es da mal wieder geschafft, eine schönes Stück Propaganda zu platzieren. Weil die Luftfahrt ja so sehr unter 7 Euro Ticketabgabe leidet (und man schön verschweigt, dass man heute schon jedes Jahr 12 Milliarden Euro Subventionen in den A***** gepumpt bekommt).
Man braucht also MEHR Subventionen, damit könnte die Regierung „Klimaführerschaft demonstrieren und neue wirtschaftliche Chancen schaffen“. Joa…
Mein Vorschlag: Liebe Fluggesellschaften zahlt erstmal eure Steuern, zahlt für eure Emissionszertifikate dann sehen wir weiter!

Wer das Propagandastück gerne selber in Augenschein nehmen möchte: https://www.diepresse.com/5687699/luftverkehr-wachst-trotz-flugscham#kommentare

Wie Klimaschutz und Urlaub zusammenpassen

https://www.weser-kurier.de/themenwelt/reisen-und-tourismus_artikel,-wie-klimaschutz-und-urlaub-zusammenpassen-_arid,1812046.html

Viele Klimaschützer sind der Meinung, dass der Planet ohne echten Verzicht nicht zu retten ist. „Flugreisen sind die klimaschädlichste Art sich fortzubewegen“, urteilt Laura Jäger von der Arbeitsstelle Tourism Watch bei Brot für die Welt. „Wenn das Taxi zum Flughafen mehr kostet als das Flugticket, ist das bedenklich.“

Für Menschen, die nachhaltiger reisen wollen, hat Jäger mehrere Empfehlungen. Erstens: Reiseziele mit kürzerer Anreise wählen – also eher Italien als Indonesien. Zweitens: ein klimaschonendes Verkehrsmittel wie die Bahn nutzen. Drittens: auf Flugreisen generell möglichst verzichten. Viertens: wenn man fliegt, dann seltener – und dafür länger vor Ort bleiben. Und fünftens: für die Emissionen eine Kompensation leisten.

Reisen ist auch ein Lifestyle-Faktor. „Wir sind permanent von Bildern umgeben, die Menschen teilen Fotos auf Social Media“, erklärt Jäger. „Das steigert den Wunsch und den Druck, selbst viel unterwegs zu sein.“ Verzicht wirkt da schnell uncool.

Und dazu noch ein paar Promi-Stimmen: https://www.weser-kurier.de/startseite_artikel,-flugscham-und-gretaeffekt-so-sehen-es-die-promis-_arid,1838239.html#nfy-reload

Mehr Bahn, weniger Fleisch: So überwinden Sie den Klima-Schweinehund

Sie kauft ab und zu Biolebensmittel, fährt bei Schönwetter mit dem Rad in die Arbeit und nimmt ein Stoffsackerl mit in den Supermarkt. Sie, die jede halbwegs umweltbewusste Frau in Österreich sein könnte, fliegt außerdem für einen Kurzurlaub nach Hamburg – und verschlechtert ihre eigene Klimabilanz damit deutlich.

https://www.derstandard.at/story/2000097146461/mehr-bahnfahren-weniger-fleisch-essen-so-ueberwinden-sie-den-inneren

https://www.derstandard.at/story/2000106147115/ist-fliegen-billig-und-bahnfahren-teuer-preiskampf-fuer-himmel-und

Spielraum für diesen ruinösen Preiskampf verschafft den Airlines ausgerechnet der Steuerzahler, der seinerseits die Bahn Jahr für Jahr mit Milliarden subventioniert, indem der Staat bei seiner Staatsbahn Nah- und Regionalzugsverbindungen ebenso bestellt wie Schnellzüge (Wien–Graz/Klagenfurt, Salzburg–Innsbruck–Bregenz), die auch mit subventionierten Pendlertickets benützt werden können. Während der umweltfreundlichen Bahn die Rückvergütung von jährlich 30 Millionen Euro an Energieabgaben verwehrt wird, gibt man es der Flugbranche billig: Beim Emissionshandel zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes wird die Flugbranche geschont, Kerosin ist von der Mineralölsteuer befreit (bringt den Airlines 380 Millionen Euro), und die im Lichte des Klimawandels eingeführte Flugabgabe wurde 2018 wieder halbiert.

Urlaub ohne Flugzeug: Dietachs Grüne verschenkten Bahnreisen in den Süden

schon ein bisschen älter, aber topp:

https://www.nachrichten.at/oberoesterreich/steyr/urlaub-ohne-flugzeug-dietachs-gruene-verschenkten-bahnreisen-in-den-sueden;art68,3137100

Wer in den Süden ans Meer will, braucht nicht einen dreckigen Streifen am Himmel hinter sich her ziehen. Der Urlaub lässt sich für den Klimaschutz nämlich erholsam und bequem auf Schiene bringen. Die Grünen-Gemeinderäte Lukas Reiter und Landtagsabgeordneter Stefan Kaineder machten im vergangenen Sommer mit ihren Familien die Probe aufs Exempel. Vier Erwachsene und fünf Kinder checkten mit ihrem Gepäck nicht an einem Schalter eines Flughafens ein, sondern belegten im Nachtzug von Salzburg nach Rom zwei Abteile. „Wir hatten vorher ein wenig Angst, dass die Kinder nicht schlafen können und es für sie anstrengend wird“, erinnert sich Reiter an die Abfahrt um 22 Uhr vom Salzburger Hauptbahnhof. Nachdem der Schaffner die Bestellung fürs Frühstück entgegengenommen und die Kinder Zähne geputzt hatten, schliefen die Mädchen und Buben in dem Liegeabteil wie die Murmeltiere. Nach Kaffee, Tee, Butter- und Marmeladensemmerl am Morgen rollte der Nightjet dann um zehn Uhr in Rom ein. „Wir hatten zwei Tage in der Ewigen Stadt eingeplant“, sagt Kaineder, „und dann ging’s eine Fahrtstunde weiter in Richtung Neapel an den Golf von Gaeta, natürlich auch wieder mit dem Zug.“ Dort leisteten sich die zwei Familien zum Hotel ein Taxi, badeten im Meer und erkundeten dann mit den regionalen Buslinien Land und Leute. „Nirgendwo lernt man ein Land so kennen wie in den öffentlichen Verkehrsmitteln“, sagt Kaineder.

Den guten Erfahrungen folgend, fahren diesen Sommer wieder zwei Familien aus Dietach mit der Eisenbahn in den Süden. Die Grünen haben jeweils zwei Reisegutscheine von den ÖBB um 500 Euro bei einem Wettbewerb vergeben. Finanziert wurde die Aktion aus einem Topf, in den alle grünen Fraktionsmitglieder ihre Politikergehälter einzahlen und damit faktisch als Gemeinderäte ehrenamtlich arbeiten. Eine Familie hatte sich mit einem Computertrickfilm mit Lego-Männchen beworben. Auf das Flugzeug, sagen die Figuren, könnten sie gerne verzichten.

Stories from a night train attendant

Endless tales of my adventures…

  • The time in Venice I drank two litres of Tocai on the hotel roof and the alarm clock fairy set my alarm for me.
  • My Milan-Munich couchette with 50 Albanians from the same village.
  • The time the Austrian police arrested a refugee family off my couchette. They wouldn’t let the little boy keep his balloon.
  • The time at Stuttgart at 2 AM the police brought me a man and his 5 year old daughter. The man was so drunk he couldn’t get onto the train. The girl had her little orange bucket and pink spade from that day’s Bodensee outing.
  • Meeting my wife on platform 3 at Roma Termini.
  • Taking her to Milan with me in the guard’s van, just because I could.

Most continental European night trains have three types of carriage

  • seated cars, like on day trains. These are the cheapest, least comfortable option for a long journey over night. Fine if you have a compartment to yourself. Not fine if it is you and five other smelly people.
  • couchettes (say: cooSHET). From the French „to lie down“. Carriages with four or six bunks per compartment in which you can take your trip lying down. Think hostel on wheels. Cheap, but you do get to sleep.
  • sleeping cars. Your hotel on wheels. One, two or three proper beds stacked over each other in one compartment. The compartment has a wash basin or even an en-suite bathroom.

Berlin – Budapest: Wer lieber in den Nachtzug als ins Flugzeug steigt

Auch noch im Urlaub fliegen? Lieber nicht, dachte sich Anno, der mit seiner Frau Colette aus Haarlem bei Amsterdam bis nach Budapest fährt. Im Nachtzug haben sie den Liegewagen gebucht. Der Niederländer in seinen 50ern arbeitet als Diplomat in der Botschaft in Uganda und sitzt deshalb viel im Flugzeug. Jetzt wolle er „die Entfernung spüren“ und zusehen, wie die Landschaft sich verändert. Im Flieger steige man ein und sei dann plötzlich da, das Bahnfahren hingegen entschleunige. Gerade hat er sich ein Bier bestellt – es gibt österreichisches Stiegl aus der Dose. Auf der Fahrt habe er zum ersten Mal seit Monaten seine Zeitung von vorne bis hinten gelesen. Seine Frau Colette fügt hinzu, es gehe bei ihrer Reise auch ums Klima: „Wir sind uns des Problems bewusst.“

Ich schäme mich (ein wenig), weil ich so viel fliege. Aber was soll ich tun?

https://www.derstandard.at/story/2000098194211/ich-schaeme-mich-ein-wenig-weil-ich-so-viel-fliege

„Ich bin mitschuld an der Klimakrise. Im Vorjahr bin ich sechsmal geflogen. Ich liebe es, in kurzer Zeit irgendwo anders, weit weg, zu sein. Nur damit habe ich genauso viel CO2 in die Luft geblasen wie ein durchschnittlicher Österreicher mit Heizen, Auto, Urlaub und allem Drum und Dran im ganzen Jahr. Wir sind auf dem besten Weg zu vier Grad Erderwärmung. Muss ich aufhören zu fliegen?“

https://www.zeit.de/wirtschaft/2009-11/co2-verbrauch-selbsttest

An mir soll die Rettung der Welt nicht scheitern. Jedenfalls nicht grundsätzlich. Konkret allerdings heißt das: Abspecken beim Kohlendioxid-Ausstoß. Zwei Tonnen pro Person und Jahr gelten als langfristige Schmerzgrenze, damit die Welt nicht aus den Angeln kracht. Auf diesen zwei Tonnen CO2 beruht auch das Klimaschutzziel von Deutschland bis 2050, das angesichts von aktuell üppigen zehn Tonnen pro Bewohner und Jahr auch mit „minus 80 Prozent“ beschrieben wird. Da mir die Bundesregierung nicht gesagt hat, wie diese radikale CO2-Diät funktionieren soll, will ich es selbst herausfinden: Kommen bittere Entbehrungen auf mich zu, oder reicht es, den Fernseher nachts auszustöpseln? (..)
Eine Flugreise in die USA, die laut dem Klimasünden-Kompensationsdienst Atmosfair 5,5 Tonnen auf die CO2-Waage bringt. „Ouh!“, entfährt es dem Klimamann. Flugreisen sind und bleiben große Klimasünden, stellt er klar.
Na ja. Schlimmer als Rind (14 Kilo CO2 pro Kilo Fleisch) ist nur Butter (23 Kilo), aber die esse ich nicht kiloweise und kann sie außerdem durch zehnmal klimafreundlichere Margarine ersetzen. Beim Essen bin ich wohl ein Durchschnittsmensch: Eine Tonne CO2 pro Jahr durch Milchprodukte, eine halbe durch Fleisch. Dazu 200 Kilo für Obst und Gemüse. Vegetarier mag ich nicht werden, und Mangos oder Orangen aus Brandenburg gibt’s bisher nicht. Aber mehr Fisch, mehr Bio-Lebensmittel sowie die konsequente Vermeidung von Weißblechdosen, Einwegflaschen und von eingeflogenem Zeugs bringen ein paar hundert Kilo.

Hier lernen wir einen einfachen Schritt: Butter durch Margarine ersetzen und weitestgehender Verzicht auf Rindfleich!

Aber zum Abschluss:

https://www.derstandard.at/story/2000093197914/co2-abgase-durch-fluege-in-oesterreich-seit-1990-mehr-als

Ohne Flugverzicht ist alles andere für die Katz!