Die CSU, die CSU ist weder Ochs noch Kuh.

Im Interview für die ZEIT-Beilage Pasta & Welt sagte jetzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, er fände es auch für Atheisten oder Andersgläubige „beruhigend, in einer Amtsstube auf ein Selbstverständnis zu treffen, das allen Menschen die gleiche Würde zuspricht. Ich finde es gut, wenn zur Abwechslung mal Spaghettimonster auf- statt abgehängt werden“, so der Minister.

Die acht „Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …“

 

  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest dich nicht wie ein oberheiliger Heuchler aufspielen, wenn du meine nudlige Güte beschreibst. Wenn irgendwelche Leute nicht an mich glauben, ist das echt okay. Ich bin nicht so eitel. Außerdem: Es geht nicht um diese, also weiche nicht vom Thema ab.
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht meine Existenz als Mittel benutzen, um jemanden zu unterdrücken, zu unterwerfen, zu bestrafen, zu vernichten und/oder du weißt schon. Ich verlange keine und benötige keine Opfer. Und Reinheit ist was für Trinkwasser, nicht für Menschen.
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht Leute wegen ihres Aussehens beurteilen oder was für Klamotten sie anziehen oder wie sie reden oder wie auch immer – sei einfach nett, okay? Oh, und kriegt das mal in eure Dickschädel: Frau = Person. Mann = Person. Klar? Klar. Eine ist nicht besser als der andere, solange wir nicht über Mode reden. Tut mir leid, aber ich hab’ das den Frauen überlassen und einigen Kerlen, die den Unterschied zwischen Dunkeltürkis und Scharlachrot kennen.
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nichts tun, das dir selbst oder deinem bereitwilligen, volljährigen und geistig gesunden Partner peinlich sein müsste. Wem das nicht passt, der kann mich mal – ich glaube, die Formulierung lautet: am A**** lecken. Wem das auch nicht passt, der sollte am besten die Glotze ausmachen und zur Abwechslung ein Stück spazieren gehen.
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest dir die verklemmten, frauenfeindlichen Vorstellungen anderer nicht auf nüchternen Magen anhören. Esst etwas, dann macht euch über die Idioten her.
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht Multimillionendollar-Kirchen, Moscheen, Tempel, Schreine für Meine Nudlige Güte erbauen. Das Geld kann man nun wirklich sinnvoller anlegen. Sucht euch etwas aus:
    • Armut zu beenden
    • Krankheiten zu heilen
    • in Frieden leben, mit Leidenschaft lieben und die Kosten von Kabelfernsehen senken. Mag ja sein, dass ich ein komplexes, allwissendes Kohlenhydratwesen bin, aber ich mag die einfachen Dinge im Leben. Ich muss es wissen, ich bin der Schöpfer.
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht rumgehen und Leuten erzählen, ich würde zu dir sprechen. Du bist nicht SO interessant. Nimm dich mal zurück. Und ich sagte dir bereits, dass du deine Mitmenschen lieben sollst, kannst du keinen Hinweis erkennen?
  • Mir wär’s wirklich lieber, du würdest andere nicht so behandeln, wie du nicht selbst gern behandelt werden möchtest, es sei denn, du bist mit Sachen zugange, in denen, ähm, eine Menge Leder, Gleitcreme und Las Vegas eine Rolle spielen. Sollte die andere Person auch darauf abfahren, dann macht es, siehe auch Punkt 4, macht Fotos, und, um Mikes willen, benutzt KONDOME! Hätte ich nicht gewollt, dass es sich gut anfühlt, dann hätte ich Stacheln oder so drangebastelt.

 

Die Gäubahn: Ein Beispiel für das Versagen der Deutschen Bahn

Die Gäubahn ist eine ca. 150km lange Bahnstrecke im Südwesten Deutschlands, und ein Paradebeispiel für das Versagen der deutschen Verkehrspolitik. Eigentlich sollte man ja denken als direkteste Verbindung von Stuttgart und Zürich sollte diese Strecke etwas politische Zuwendung erhalten. Tatsächlich ist der Zustand eine Tragödie, wie ich nicht nur bei meiner letzten Fahrt vor ein paar Wochen bemerken musste.

  1. Vorgeschichte, 1946: Bis zum zweiten Weltkrieg erlebt die Gäubahn ihre Blütezeit, so verkehrten hier täglich 3 Zugpaare der Verbindung Berlin – Erfurt – Würzburg – Stuttgart – Zürich – Mailand – Rom. Nach Kriegsende wird eines der zwei Gleise abgebaut und als Reparation nach Frankreich verbracht. Und bis heute hat die Bundesrepublik es nicht fertig gebracht, wieder ein zweites Gleis hier hinzulegen – obwohl Bahndamm, Tunnels und Brücken für ein zweites Gleis vorhanden sind. DIe Folge: Unnötige Wartezeiten auf entgegenkommende Züge und entsprechende Anfälligkeit für die Ausweitung von Verspätungen.
  2. 1996 vereinbaren Deutschland und die Schweiz im Vertrag von Lugano, die Fahrzeit Stuttgart-Zürch auf 2 Stunden 15 Minuten zu verringern. 2014 sind die Arbeiten im Schweizer Teil eingestellt. Bis heute (Stand 2018) wurden in Deutschland nichteinmal Arbeiten begonnen.
  3. Im Jahr 2006 werden alle Direktverbindungen nach Italien eingestellt. Die einzige Verbesserung gegenüber 1946: die Strecke wurde für Neigetechnik ertüchtigt, die Fahrzeit liegt bei 2:39 von Stuttgart nach Zürich.
  4. Im Jahr 2016 fallen die ICE-T mit Neigetechnik aus und werden dauerhaft außer Betrieb genommen. Die DB möchte den Fernverkehr sang- und klanglos einstellen, was aber zum Glück von den Schweizern verhindert wird. Es fahren jetzt Schweizer-IC-Züge ohne Neigetechnik. In Singen muss die Lok vom einem Zugende ans andere rangiert werden. Alles zusammen bedeutet das: jetzt 3:05 Fahrtzeit. Wichtige Anschlüße sind nicht mehr im Fahrplan enthalten. Die Fahrgastzahlen fallen.
  5. 2017 möchte die DB neue Doppelstock-ICs auf der Strecke in Betrieb nehmen. Die hätten immerhin den Vorteil einen Steuerwagen zu haben, was das Umkoppeln der Lock erspart. Leider vertrödelt aber die DB die Zulassung in der Schweiz. Die Doppelstock-ICs enden also in Singen, man hat 7 Minuten zum Umstieg in einen Schweizer IC. Keine Verbesserung in Sicht.

Jetzt kommt mein aktuelles Erlebnis:

  1. Im Doppelstock-IC2 fahre ich nach Singen. Bis kurz vor dem Bahnhof Singen geht alles gut. Dann bleiben wir stehen, der Lockführer muss Aussteigen, von Hand einen Bahnübergang schließen. Im Ernst? Wie wäre es mit Unterführungen? Oder wenigstens Bahnübergänge regelmäßig technisch überprüfen? Das habe ich auch zwischen Hamburg und Kopenhagen vielfach gesehen. Im Flugzeug kletter doch der Pilot auch nicht aus dem Fenster um das Fahrwerk von Hand auszuklappen!
  2. Wir verpassen natürlich den Schweizer-IC um 5 Minuten. Stattdessen fährt ein RE nach Schaffhausen. Dabei handelt es sich um einen völlig überfüllten gammligen Dieseltriebwagen. Warum eigentlich Diesel? Wie kannes sein, dass in Deutschland nur 60% des Netzes elektrifiziert sind, in der Schweiz aber 100%? Sogar in Italien ist mehr elektrifiziert als in Deutschland.
  3. Der RE hat auch Verspätung, deshalb verpasse ich die S-Bahn von Schaffhausen nach Zürich. Also warte ich in Schaffhausen auf den nächsten IC nach Zürich – 1 Stunde später. Ich hätte also gleich eine Stunde später in Stuttgart abfahren können!
  4. Meine Fahrzeit liegt nun bei 4:05. Statt den international vereinbarten 2:15!

  5. Das einzig gute: die grün-schwarze Landesregierung macht Druck. Vielleicht kommen wir bis zum Jahr 2030 wenigstens wieder auf 2:30 Fahrtzeit, wie vor 10 Jahren?

Kann bitte jemand das verdammte zweite Gleis wieder aufbauen, einen funktionierenden Neigetechnik-Zug auftreiben, und achja:Der nagelneue IC2 hat CityNightLine-Werbung an der Wand. Tut mir leid, DB, ist es in eurem Konzern noch nicht durchgedrungen, dass ihr den CNL vor über einem Jahr eingestellt habt???

Kriegen wir wieder einen Nachtzug von Stuttgart nach Italien bitte?

Güterverkehr

Noch einfacher als die Verlagerung von Flugpassagieren in Nachtzüge ist die Verlagerung von Gütern von LKWs auf Güterzüge. Aber leider besteht auch hierfür kein politischer Wille, die LKW-Maut sinkt seit Jahren, die Arbeitsbedingungen der LKW-Fahrer sind miserabel, und die Bahn leidet unter Investitionsmangel und unzureichender Infrastruktur. Dabei müsste es doch heute möglich sein Güterverkehr auf der Schiene fast vollautomatisch abzuwickeln.

Immerhin, sogar die Heute-Show hat diesen Missstand mittlerweile für sich entdeckt (auch wenn man über den Humor unterschiedlicher Meinung sein mag…)

https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/aktuell/heute-show-zum-gueterverkehr-in-deutschland/

Und dazu noch ein kleines Erklärvideo der Allianz Pro Schiene:

Youtube: Travelling in a Deluxe Sleeper Compartment

Today just a link to Youtube. Of course, deluxe sleeper compartments are expensive. And not all of them are of this type. In fact, this is among the nicest compartments you will find on European trains.

Take a look, and if you plan a trip: consider a deluxe sleeper.

Not a fan of night trains? Maybe you can still replace one of your flights by a train trip. How about Berlin – London in first class for 129 Euro?

NEWS: Fahrgastrechte im Nightjet & FlixTrain-Nachtzug

Zwei aktuelle Meldungen von TrainTracks.eu:

ÖBB und DB erzielen Einigung bei Fahrgastrechten

Für den Fall eines Anschlussverlustes zwischen DB-ICE/IC und ÖBB-Nightjet habe sich ÖBB und DB auf eine Fortsetzung der Kulanzregel geeinigt. Die erweiterten Fahrgastrechte gelten demnach weiterhin, d.h. bei verpasstem Anschluss darf man mit dem nächstmöglichen anderen Zug weiterfahren, ggf. wird auch eine Hotelübernachtung bezahlt. Einzige Voraussetzung: Die Tickets für den Nachtzug und den Vor- bzw. Nachlauf in Deutschland müssen in einem Buchungsvorgang gekauft werden!

Flixtrain steigt ins Nachtzug-Geschäft ein

Flixtrain, der neu gegründete Bahn-Ableger von FlixBus, wird künftig auch Fahrkarten für Nachtzüge vertreiben. Konkret handelt es sich um die Verbindung Hamburg–Freiburg-Lörrach, die als Autozug von dem Anbieter BahnTouristikExpress GmbH (BTE) betrieben wird. Fahrkarten für den Liegewagen lassen sich auf der Flixtrain-Website bereits für kommenden Freitag buchen, ab 19,99 Euro.

Siehe z.B. hier:

https://shop.flixbus.de/search?departureCity=92&arrivalCity=118&route=Freiburg+%28i.Br.%29-Hamburg&rideDate=21.05.2018&adult=1&_locale=de&is_train_relation=true

Beachte: der Zug verkehrt nicht jeden Tag, die Verkehrstage sind auf der Homepage von BTE (siehe oben) zu finden.

Academic Research without Flying

Researchers travel a lot: conference, collaboration meeting, workshops, lectures – I observe that many mathematicians fly several times a year to other continents, and several times a month within Europe. Not counting holidays or people that–due to typical way an academic carreer is organized–live in a long-distance relationship, maybe commuting every weekend by airplane.

I wrote a long page about initiatives to reduce the ecological footprint of academic research, where I also make some practical recommendations. Let me just cite a short piece from there:

Let's say you fly every year two times from Europe to the US and once per month within Europe. That amounts to ca. 12 tons of carbon dioxide equivalent! Which means:
- 200% of the emissions of an average European;
- 10 times the emissions every human being is permitted to keep global warming below 2 Kelvin;
- requires 980 average trees to re-absorb;
- melts 20-30m² of the arctic ice shield.

Take night trains and day trains. I managed not to take a single inner-European flight in the last 3 years! Do you have to go abroad, Singapure, the US or so? Group your meeting into one big block instead of flying 2 times. Group your holiday with your work instead of flying 2 times. The easiest way to reduce emissions by 50%! Consider carbon compensation as a last resort for absolutely un-avoidable flights.

If that is too much for you (you can’t sleep on night trains, you don’t have time for day trains): At least, set a simple goal: 2 plane trips less this year – 2 night train or long-distance day train trips more! Everyone has enough time for that.

#RAILtweetet

Tom fährt mit dem Zug durch Europa und lässt im Internet abstimmen wohin es gehen soll. Der erste Schritt war: Wien – Mailand im Nachtzug.

Außerdem bietet er auf seiner Homepage kostenlose Beratung an (wähle im Menü „Tickethelfer“), wenn der Fahrkartenkauf und der Tarifdschungel bei den europäischen Eisenbahnen für den Normalbürger mal wieder völlig unverständlich sind.

https://www.reisen-mit-der-eisenbahn.de/

Ein ZDF-Bericht: im Schlafwagen in den Urlaub.

https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-mittagsmagazin/videos/180404-digitalisierung-mim-102.html